SPD-Ortsverein Heidenheim kritisiert Schaffung prekärer Arbeitsverhältnisse am Klinikum Heidenheim

Veröffentlicht am 09.10.2018 in Ortsverein

Es steht außer Frage, dass am Klinikum Heidenheim einschneidende Umstrukturierungen vorgenommen werden müssen. Dass dabei auch der Sparstift angesetzt werden muss, ist klar. Die Frage ist nur, ob dieser ausgerechnet bei den Geringverdienern im Klinikum geschehen muss, wie dies jüngst der Kreistag mit der Schaffung einer Servicegesellschaft beschlossen hat. Für den Vorstand des SPD-Ortsvereins Heidenheim ist diese Entscheidung für Lohnungleichheit und vorprogrammierte Altersarmut eine Schande.

Dabei freilich ist nicht die Gründung von Servicegesellschaften per se das Problem, sondern der damit einhergehende Verlust des Tarifs des öffentlichen Dienstes für die betroffenen Mitarbeiter. Damit, so steht für Dr. Florian Hofmann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heidenheim, fest, werde am Klinikum eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Löhnen geschaffen. Es sei offensichtlich, dass diese Servicegesellschaften nur zur Reduzierung der Löhne – der bisher schon Geringverdiener – geschaffen wurden, so Hofmann. Denn anderenfalls wäre es auch möglich gewesen, die Tarife des öffentlichen Dienstes in die neu geschaffene Servicegesellschaft zu übernehmen.

Erstrebtes Ziel der Klinikleitung ist es, durch den „Tarifeffekt“ auf Kosten der Geringverdiener binnen fünf Jahren 250 000 Euro mehr in den Kassen zu haben. Dass damit für die betroffenen Mitarbeiter, vornehmlich Frauen, Gehaltskürzungen und der Wegfall der tariflichen Altersversorgung verbunden sind, wird billigend in Kauf genommen. Altersarmut ist damit vorprogrammiert. Betroffen sind hiervon diejenigen Mitarbeiter, die in der Küche das Essen zubereiten und Patientenzimmer reinigen. In diesem Zusammenhang von „patientenfernen Dienstleistungen“ zu sprechen ist für den stellvertretenden Ortvereinsvorsitzenden Thomas Hasenfus geradezu zynisch.

Für den SPD-Ortverein Heidenheim steht fest, dass die Sanierung des Klinikums nicht auf dem Rücken von fünf Prozent der Mitarbeiter ausgetragen werden kann. Notwendig ist eine gemeinsame Anstrengung, die bei allen Mitarbeitern, insbesondere auch der Geschäftsführung, ansetzt. Von dort ist kein Beitrag zur Sanierung des Klinikums erkennbar. Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu erkennen, dass sich diese Entscheidung auch auf das Betriebsklima am Klinikum auswirken wird. Leidtragende werden am Ende die Patienten sein.

Der SPD-Ortsverein Heidenheim fordert daher alle Beteiligten auf, den Beschluss nochmals zu überdenken. Denn gerade die öffentliche Hand muss vorbildhaft handeln. Gegen prekäre Arbeitsverhältnisse zu reden und diese im gleichen Atemzug zu schaffen, ist armselig. Für die stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Sabine Bodenmüller wird damit die bereits kursierende Politikverdrossenheit verstärkt: „Durch solche Entscheidungen wird der Nährboden für Gruppierungen wie die AfD geschaffen.“ Umso mehr gilt der Dank des SPD-Ortsvereins denjenigen Sozialdemokraten, die sich vehement gegen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Löhnen am Klinikum eingesetzt haben.

 
 

SPD Heidenheim auf Facebook

WebsoziInfo-News

21.09.2019 05:53 Alle reden über Klimaschutz: Wir legen los!
Wir handeln jetzt, damit Deutschland die Klimaziele erreicht. Für den Klimaschutz und für unsere Kinder, Enkel und Urenkel. „Was wir hier tun, sichert Arbeitsplätze“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz am Freitag nach der Einigung zwischen SPD und Union auf ein umfangreiches Klimapaket . Ein Maßnahmenpaket, mit dem die Bundesrepublik ihre verbindlichen Klimaschutz-Ziele für 2030 schaffen

18.09.2019 18:36 Katja Mast zu Paketboten-Schutz-Gesetz
Heute bringt das Bundeskabinett das Paketboten-Schutz-Gesetz auf den Weg. Die Nachunternehmerhaftung kommt. SPD-Fraktionsvizechefin Mast sagt: „Das ist eine klare Ansage an die schwarzen Schafe der Branche.“ „Arbeit unterliegt dem Wandel. Gerade der Online-Handel boomt. Immer mehr Päckchen werden verschickt. Deshalb haben wir als SPD-Fraktion versprochen, dass sich die Arbeitsbedingungen von Paketboten spürbar verbessern. Bundesminister Hubertus

18.09.2019 18:34 Michael Groß zu Betrachtungszeitraum Mietspiegel
Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss konnte die SPD einen weiteren Erfolg für die Stärkung des sozialen Mietrechts erreichen. Ab nächstem Jahr soll der Betrachtungszeitraum für die ortsübliche Vergleichsmiete von vier auf sechs Jahre im Mietspiegel erhöht werden. „Das ist auch ein großer Erfolg für Bundesjustizministerin Lambrecht, die das Thema Mietrecht zur Chefinnensache erklärt hat. Wir dämpfen

Ein Service von websozis.info