Die SPD-Fraktionsmitglieder Rudi Neidlein, Jürgen Bohnert, Kurt Wehrmeister, Hans-Peter Neff und Gabi Wegmann (v.l.) besuchten das Haus der Familie.Die SPD-Gemeinderatsfraktion besuchte gestern das „Haus der Familie“ und konnte so einen vertieften Blick auf die Aktivitäten der Familien-Bildungseinrichtung werfen. Joachim Feldmeyer, Vorsitzender des Vereins sowie Prof. Dr. Andrea Helmer-Denzel, stellvertretende Vorsitzende, führten in den Zweck und die Aufgaben der Einrichtung ein und gaben einen kurzen Rückblick auf die fünfzigjährige Geschichte. Im Mittelpunkt stehen seit Beginn Kinder und Familien, die präventiv begleitet und unterstützt werden. Leiterin Inge Rudolph berichtete den Mitgliedern der SPD-Fraktion über die aktuelle Situation der Familienbildungsstätte.
Die zukünftige Entwicklung und die Positionierung unter einem gemeinsamen Dach mit evtl. der Volkshochschule im Zukunftsprojekt „Heidenheimer Bildungshaus“ als auch finanzielle Situation des Haus der Familie waren Thema des Gedankenaustausches.
Die Vertreter des Vereins machten klar, dass ohne öffentliche Förderung das „Haus der Familie“ die vielseitigen Aufgaben nicht leisten könnte. So sind doch viele Kurse, die gerade dem Wohl und der Förderung der Chancengleichheit der Kinder dienen, nicht kostendeckend möglich. Der größte Bedarf besteht häufig bei einkommensschwachen
Familien.
Rudi Neidlein, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Heidenheimer Gemeinderat, legte Wert darauf, dass trotz der angespannten Finanzlage der Stadt Zuschüsse an Einrichtungen wie dem Haus der Familie weiterhin erforderlich sind. Diese Unterstützung, so Neidlein, ist gut angelegtes Geld in die Zukunft der jungen Heidenheimer. Bei zu erwartenden engen Haushalten der nächsten Jahre müssen aber auch alle Synergien mit der Volkshochschule und evtl. weiteren Akteuren in Bildung und Betreuung ausgeschöpft werden um das „Haus der Familie“ langfristig finanziell abzusichern.
Der Gemeinderat muss Prioritäten setzen, was - aus SPD Sicht - leider nicht immer zutrifft. Aus Sicht der Fraktion wäre ein Verzicht auf ein eintägiges SWR 4-Festival in 2011 mit bis zu 200.000 Euro Zuschussbedarf aus dem Stadtsäckel leicht zu verschmerzen gewesen. So hatte die SPD-Fraktion denn auch geschlossen gegen das Festival gestimmt, war aber an einer Mehrheit von CDU, Freien Wählern und Grünen gescheitert.
Das in Vorplanung befindliche „Heidenheimer Bildungshaus“ und daraus resultierende mögliche Auswirkungen auf das „Haus der Familie“ andiskutiert. Rudi Neidlein forderte die Verantwortlichen im Haus der Familie auf, sich bereits in der Planungsphase einzubringen , ihre Vorstellungen vorzutragen und so an der Gestaltung mitzuwirken. Durch ein Bildungshaus werden Synergieeffekte in Bereichen wie der Verwaltung oder der Raumnutzung erwartet.
Ein relativ neues - und auch gut angenommenes - Angebot im Haus der Familie ist der Elternführerschein, der Eltern Wissen vermittelt und mit Informationen und Gesprächen unterstützt und einen Austausch mit anderen Eltern ermöglicht. Die Bausteine - von vor der Geburt bis zur Einschulung - können einzeln gebucht werden und finden in Heidenheim wie in weiteren Gemeinden des Kreises statt. „Diese sehr praxisorientierten Kurse sind für die Teilnehmer kostenlos und sehr innovativ,“ so die Leiterin Inge Rudolph, „und müssen unbedingt weitergeführt werden.“ Hier sagten die SPD-Vertreter die Unterstützung zu.