Der bisherige Vorsitzende mit seinem Nachfolger, Kassiererin Dagmar Lübcke-Klaus und Schriftführer Sven BeerBei der Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins Heidenheim gab es eine wichtige Weichenstellung: Der Ortsverein wird zukünftig von Manfred Bleil geführt, der damit Hans-Peter Neff ablöst. Neff, seit Januar 2008 auch Stadtrat in Heidenheim, ist aus zeitlichen Gründen nicht mehr angetreten.
Manfred Bleil, der neue Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Von Beruf ist er Sozialversicherungsfachangestellter und Krankenkassen-Betriebswirt und als gewählter Personalratsvorsitzender freigestellt. Er ist Mitglied der Delegiertenversammlung der IG Metall Heidenheim. Ehrenamtlich führt er als Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Beratungen durch und ist Richter am Sozialgericht Ulm. Sportlich ist er seit 1996 bei der Handballabteilung des HSB aktiv.
Mitglied der SPD ist er seit 1986, seinen ersten Wahlkampf habe er 1972 beim Prospekte verteilen an der Seite seines kürzlich verstorbenen Vaters für Willy Brandt bestritten. Sein Vater war 60 Jahre aktives Mitglied der SPD, von ihm habe er viel gelernt, was Einsatz für soziale Gerechtigkeit bedeute, meinte Bleil.
Auch die notwendige kommunalpolitische Erfahrung besitzt er. 1990 wurde der Juso-Vorsitzende als jüngster Kandidat in ganz Nordschwaben in den Lauinger Stadtrat gewählt.
Seit 1993 wohnt er in Heidenheim. Dabei ist der gebürtige Lauinger kein unbekanntes Gesicht. Der 44jährige Bleil war bereits von 1995 bis 1999 stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins und danach durchgehend Mitglied des Ortsvorstandes. Auch im SPD-Kreisvorstand ist er aktiv.
Da er sich schon berufsbedingt im Sozial- und Gesundheitswesen gut auskenne, setzte er bislang hier seinen Schwerpunkt. So arbeitet er als stellvertretender Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Sozialdemokraten im Gesundheitswesen“ u. a. mit Klaus Kirschner, dem langjährigen Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses des Bundestages, eng zusammen. Als Mitglied des ASG-Bundesvorstandes habe er in den letzten Monaten am gesundheitspolitischen Leitantrag, der die Grundlage für die Wahlplattform 2009 bilden soll, intensiv mitgearbeitet, meinte Bleil.
Er habe sich für den Vorsitz beworben, weil es sich für seine Heimatstadt immer lohne, politisch aktiv zu sein. Denn Kommunalpolitik sei für ihn Politik zum Anfassen!
In Anlehnung an einen Ausspruch von Franz Müntefering stellte er fest, „und unser Münte würde sagen, dass es das schönste Amt neben dem Papst ist!“
Kommunalpolitisch möchte der neue Vorsitzende des Ortsvereins die öffentliche Daseinsfürsorge stärker in den Fokus der örtlichen Parteiarbeit bringen. Insbesondere gelte dies für die Themen Familie, Bildung, Gesundheits- und Energieversorgung. Gleichzeitig müssen wir Sozialdemokraten dem Privatisierungswahn, also dem Ausverkauf öffentlicher Güter und Dienstleistungen, Einhalt gebieten, denn Otto Normalverbraucher brauche einen vorsorgenden Staat, verdeutlichte Bleil.
Vor den Wahlgängen berichtete die scheidende Vorsitzende Hans-Peter Neff von der Arbeit des Vorstands in den vergangenen Jahren. Ein großes Thema war dabei der Verkauf der GBH. Der Ortsverein hatte sich schon frühzeitig gegen einen möglichen Verkauf ausgesprochen und in einer Veranstaltung auf die negativen Konsequenzen eines Verkaufs hingewiesen. Leider wurde mit der Gemeinderatsmehrheit aus CDU und Freien Wählern der Verkauf dennoch beschlossen. Das von der SPD initiierte Bürgerbegehren führte zu einem Bürgerentscheid, dessen Vertrauensleute Hans-Peter Neff und Stefan Oetzel waren.
Neff bedankte sich in seinem Bericht bei allen Mitstreitern, auch wenn das erforderliche Quorum von 25% Ja-Stimmen aller Wahlberechtigten nicht erreicht wurde und es somit beim Verkauf blieb. 7.249 Stimmen für die Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses und somit gegen den Verkauf der GBH sind trotzdem eindrucksvoll gewesen. Leider seien die Befürchtungen der Verkaufsgegner wie höhere Mieten, weniger Aufträge für das heimische Handwerk und weniger Arbeitsplätze in Heidenheim eingetreten.
Auch auf das neue SPD-Grundsatzprogramm ging Neff kurz ein; so hatte der Ortsverein in einer Arbeitsgruppe Leitsätze erarbeitet und in die Diskussion mit eingebracht.
Abschließend bedankte sich Neff beim bisherigen Vorstand wie bei allen Mitgliedern für die Zusammenarbeit der letzten Jahre.
Der Kassenbericht wurde von der Kassiererin Dagmar Lübcke-Klaus gehalten, Revisor Karl Schaible lobte die Kasse als erstklassig und tadellos geführt.
Rudi Neidlein, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, berichtete aus der Arbeit der Gemeinderatsfraktion sowie den bevorstehenden Kommunalwahlen. Die SPD sei gut aufgestellt mit ihren kommunalen Themen sowie den Menschen, die bereits ihre Bereitschaft zur Kandidatur signalisiert hätten.
Die nach der einstimmigen Entlastung vorgenommenen Neuwahlen brachten neben dem neuen Vorsitzenden Manfred Bleil, der einen engagierten Kommunalwahlkampf ankündigte, folgende Ergebnisse: Neue stellvertretende Vorsitzende sind Oliver Beer und Kadir Cildir. Kassiererin ist wie bisher Dagmar Lübcke-Klaus, der neue Schriftführer ist Sven Beer. Die Revisoren Karl Schaible und Steffi Müller wurden in ihren Ämtern bestätigt. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Helmuth Feichtenbeiner, Sven Hassler, Hans-Peter Janisch, Renate Klement-Schmidberger, Rouven Klook, Peter Müller, Hans-Peter Neff, Rudi Neidlein, Gerhard Oberlader, Gerda Petzold, Werner Petzold, Monika Reichenbach-Oetzel, Tom Schönauer, Andreas Stoch, Jürgen Tränkle und Kurt Wehrmeister.
Als Delegierte zu Kreisparteitagen wurden gewählt: Oliver Beer, Sven Beer, Kadir Cildir, Helmuth Feichtenbeiner, Sven Hassler, Renate Klement-Schmidberger, Rouven Klook, Birgit Koepsel, Ulf Koepsel, Dagmar Lübcke-Klaus, Hans-Peter Neff, Rudi Neidlein, Stefan Oetzel, Gerda Petzold, Werner Petzold, Monika Reichenbach-Oetzel, Tom Schönauer und Jürgen Tränkle.